Bildschwerpunkt

Wenn man einen Actionfilm voller rasanter Kampfszenen und Spezialeffekte produziert, ist es leicht möglich, den Zuschauer zu verwirren. Bei den vielen schnellen Schnitten kann man so den Überblick verlieren und bekommt dann nicht mit, wer grade wen besiegt hat oder welche Requisite grade explodiert ist.

Darum nutzen Cinematographen, Regisseure und Cutter den sogenannten Bildschwerpunkt oder Bildfokus, um den Zuschauer am Ball zu halten und bei rasanten Schnitten ausreichend zu informieren, ohne das Bildmaterial entschleunigen zu müssen.
Nehmen wir an, unser Protagonist wird vom Schurken vom linken zum rechten Bildrand geschleudert: Unser Blick wandert auf dem Bildschirm von links nach rechts, der Bewegung folgend. Die nächste Szene beginnt dann mit dem Protagonisten im rechten Bildbereich, wie er zur linken Seite, dem Schurken entgegen rennt: Unser Blick wandert von rechts wieder nach links.

Es würde Sinn ergeben, den Protagonisten immer in der Mitte des Bildes zu zeigen, aber dann könnte die Bewegung ruckartig aussehen oder man wäre sich nicht im klaren, wer sich grade wo befindet. So kann unser Blick ruhen auf der Stelle, an der uns in der nächsten Einstellung der nächste Bildfokus erwartet, sodass wir uns von ihm leiten lassen können.
Grade bei wirren und schnellen Schnitten ist dieses Verfahren sinnvoll, da der Zuschauer sonst erst wertvolle Zeit aufwenden muss, den nächsten Bildschwerpunkt inmitten des Gewimmels zu suchen, und dabei die aufwändig inszenierten Actionszenen verpasst. Durch die Verwendung des Bildschwerpunktes werden schnelle Schnitte also flüssiger, ohne an Geschwindigkeit und Intensität einbüßen zu müssen.