Foley

Animationen machen keine eigenen Geräusche, sie bezeichnen nur das hergestellte optische Material. Wenn man eine Animation vertonen will, muss man diese Geräusche also künstlich erzeugen.

Diese Arbeit wird von sogenannten „Foley-Artists“ (zu deutsch: „Geräuschemacher“) erledigt. Die Tätigkeit wurde nach dem Geräuschemacher Jack Foley benannt, der bereits zur Stummfilmzeit in der Filmbranche aktiv war und auf die Idee kam, diese Filme statt mit Musik auch mit einer Auswahl an der Handlung entsprechenden Geräuschen auszustatten.
Geräuschemacher sind aber auch dafür zuständig, im Realfilm Tonakzente zu erzeugen und in der Aufnahme verlorene Geräusche zu reproduzieren. Das können Schritte auf einem bestimmten Untergrund sein, das Entholstern und Laden einer Waffe, Laserkanonen oder Zaubersprüche.

Selbst unaufdringliche oder triviale Dinge wie die Geräusche, die Kleidung beim gehen oder sitzen macht, können nachträglich eingefügt werden. Dafür werden ganz unterschiedliche Methoden verwendet, und viele Geräuschemacher nutzen ihr ganz eigenes Repertoire an Tricks, um Geräusche glaubhaft nachzubilden. Das Knartschen von Schuhen im Schnee wird mit Kartoffelbreipulver reproduziert, bei Ritterrüstungen klappern Schlüssel und Gürtel gegen Kleiderbügel, und brechende Knochen sind in Wirklichkeit nur verdrehte Selleriestangen.

Aber Geräusche können auch genutzt werden, um Animationen besondere Stimmung zu verleihen, indem Diskrepanzen zwischen den erwarteten und den gehörten Tönen geschaffen werden, indem sie entweder stark abstrahiert werden oder ins Extremste übersteigert werden.