Hintergrund

Beispiel für Parallaxing aus einem Fahrzeug heraus. In wenigen Sekunden bewegen sich die Bäume um ein Vielfaches der Sonne.

Auch wenn der Fokus eines Bildes (s. Bildschwerpunkt) in der Regel im Zentrum oder Vordergrund der Abbildung liegt, ist der Hintergrund genau so wichtig. Der Hintergrund bietet einen Kontext für die gespielte Handlung, erleichtert die räumliche Orientierung einer Szene und kann für besondere Inszenierungen auch verfremdet werden.

Ein besonderer Aspekt des Hintergrundes, der erstaunlicherweise erst durch jüngere
technische Neuerungen ermöglicht wurde, ist das sogenannte Parallaxing. Der Begriff bezeichnet das Phänomen in der Beobachtung, dass sich Objekte, die sich nah am Auge oder der Kamera befinden und sich parallel zu ihnen bewegen, den Bildausschnitt schneller durchqueren als Objekte die in weiter Entfernung liegen.

Das liegt am keilförmigen Blickfeld, das ein optisches Medium in der Regel hat. Dementsprechend haben zum Beispiel Objektive (s. Brennweite) einen großen Einfluss auf die Menge an Parallaxing, das stattfindet. Weitwinkelobjektive haben einen großen Bildausschnitt und starke räumliche Tiefe, aufgrunddessen ein starker Parallax-Effekt entsteht. Darum neigen sie auch dazu, weniger stark bei der Führung durch die Hand zu verwackeln, da durch den breiten Hintergrund der Kegel des Bildausschnittes etwas weniger stark von Ablenkungen betroffen ist. Bei geringen Bewegungen kann ein enger Bildausschnitt, wie etwa an einem Teleobjektiv, also schon einen größeren Anteil seines eher schmalen Hintergrundes verschieben.

Der Hintergrund kann auch durch besondere Beleuchtung oder Abdunklung, genau so wie durch gut überlegte Requisiten emotional aufgeladen werden und Filminhalte kommunizieren, die nicht extra angesprochen werden. Ein Gewehr an der Wand wird zum Beispiel kaum von einem friedliebendem Charakter dort platziert worden sein und weckt beim Zuschauer auch die Vorahnung, dass es zum Einsatz kommen könnte („Chekhov‘s Gun“).