Jugendschutz

Im Jahre 1951 trat in Deutschland das erste Jugendschutzgesetz in Kraft. Mit Blick auf die Filmindustrie bedeutete das zuerst eine Einteilung von Filmmedien in Altersgerechte Kategorien, mit Freigaben für Kinder unter 10 Jahren, von 10 bis 16 Jahren und älter als 16. Sie sollte dafür sorgen, dass Kinder beim Ansehen von Filmen nicht Inhalten ausgesetzt werden, die sie nicht kritisch verarbeiten können.

Grade in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und den Propagandabemühungen des Nationalsozialismus waren die Sorgen groß, dass man versuchen könnte, Kinder mithilfe von Unterhaltungsmedien zu indoktrinieren. Aus Vorwürfen der Zensur wurde die Freigabestelle bald darauf von einer staatlichen Institution zum FSK gewandelt, der Freiwilligen Selbstkontrolle.

Das bedeutet nicht, dass die Befolgung der Altersfreigabe freiwillig erfolgt, sondern dass die Vergabe der Altersfreigabe unentgeltlich von freiwilligen Gutachtern vorgenommen wird, die alle Veröffentlichungen in Deutschland in Vollständigkeit prüfen und auf ihre Alterstauglichkeit beurteilen müssen.

Grade im Bereich des Trickfilms ist die Altersfreigabe ein wichtiger Hinweis, kann aber auch aufgrund der Beurteilungskriterien irreführend sein. Ein Film, in dem Gewalt und Blut gezeigt wird oder in dem sexuelle Handlungen stattfinden, kann aufgrund von Kontextualisierung sehr unterschiedliche Altersfreigaben bekommen. Wird zum Beispiel die ernsthafte Anwendung von Gewalt heroisiert wird der Film vermutlich eine höhere Altersfreigabe bekommen als ein Film, in dem nur die Schurken Gewalt anwenden, auch wenn die Menge an Gewalt, die gezeigt wird, gleich ist. Ein Film mit einer Altersfreigabe von 6 Jahren ist also nicht zwangsläufig vollkommen gewaltfrei oder kann nicht gruselig sein.

Vor allem durch das Image, dass Trickfilme für Kinder seien, entsteht häufig die Fehlvorstellung, dass Trickfilme keine Erwachsenenthemen beinhalten können oder sich nur an eine junge Zielgruppe richten. Vor allem suggestive Inhalte werden häufig außer Acht gelassen, wenn die Altersbeschränkung vergeben wird.