Musik

Lichtton-Kamera im Technikarchiv der Deutschen Kinemathek Berlin. Der Ton wurde in elektrische Signale umgewandelt und im Inneren am Rand des Films ausgeschnitten. Beim Durchleuchten des Filmes konnte an dieser Stelle ein Sensor das Lichtsignal wieder in ein elektrisches Signal umwandeln und damit Ton erzeugen.

Die musikalische Untermalung eines Filmausschnittes ist neben dem Licht vermutlich einer der direktesten Wege, die Stimmung des Zuschauers zu beeinflussen. Musik als auditive Sinneswahrnehmung bietet eine Möglichkeit, Informationen auf andere Art und zusätzlich zum Filminhalt zu vermitteln. Man unterschiedet hier zwischen Filmmusik und musikalischer Untermalung, dem sogenannten Underscoring.

Filmmusik bezeichnet Lieder und eingespielte Melodien, die konkreten Situationen im Film mehr emotionale Bedeutung beimessen sollen. Dabei kann es sich um Leitmotive handeln, also Melodien, die mit bestimmten Charakteren oder Situationen zusammenhängen und dort auch immer wieder auftauchen, oder um komponierte Lieder, die an der gewünschten Stelle im Film eingespielt werden. Filmmusik ist dominant und wird vom Zuschauer bewusst als solche erkannt.

Das Underscoring dagegen akzentuiert bestimmte Bildinhalte oder temporäre Handlungen und ist etwas unaufdringlicher als Filmmusik. Es kommt noch aus der Zeit des Stummfilms, bei dem die auftretende Stille vom Publikum als irritierend wahrgenommen wurde, sodass häufig Musiker die Filmvorführungen mit ihrem Instrument begleitet haben. Eventuell klimpert ein Klavier im Takt der Schritte eines schleichenden Charakters, oder ein schwermütiger Akkord hebt einen besonders tragischen Moment hervor. Die Übergänge vom Underscoring zu einem Soundtrack sind manchmal auch fließend.

Beide haben jedoch eines gemeinsam: Sie nehmen direkten Einfluss auf den Gemütszustand des Zuschauers und können über Situationen im Film informieren, indem sie Assoziationen im Beobachter erwecken. Die sagen ihm, wo oder wann sich eine Szene abspielt, indem dafür typische Musik verwendet wird, oder sie deuten an, dass sich etwas Schlimmes zutragen wird (Anizipation).