Rotoskopie

Leucht- und Rotoskopietisch im Technikarchiv der Deutschen Kinemathek Berlin. Das Bild wurde durch Spiegel von unten auf die Mattscheibe projiziert und konnte dann nachgezeichnet werden.

Die Rotoskopie ist ein Animationsverfahren, oder eher eine Methode der Animation, bei dem reell abgefilmte Bewegungsabläufe in gezeichnete Tricktechnik übertragen werden können.

Die Technik wurde von Max Fleischer entwickelt und später von vielen Animationsstudios übernommen. Dafür musste man eine Filmaufnahme der zu übertragenden Bewegung herstellen und diese auf einen halbtransparenten Untergrund projizieren, damit sie Bild für Bild vom Animator nachgezeichnet werden konnte.

Diese Nachzeichnungen wurden daraufhin an den Stil der Animation angepasst, da die Proportionen des gezeichneten Charakters von der abgefilmten Person abweichen können. Häufig wurde dafür ein speziell Konstruierter Rotoskopietisch verwendet, dessen Arbeitsfläche mit einer mattierten Glasscheibe ausgestattet war, die von unten mit dem benötigten Bildmaterial belichtet wurde.

Im Kontext der digitalen Animation kann der Begriff mehrere Bedeutungen haben: Zum einen spricht man von Rotoskopie, wenn bestimmte Filter oder Effekte auf 3D-Modelle angewandt werden, die den Eindruck erwecken, die Animation sei von Hand gezeichnet worden (ähnlich wie es bei der Cel-Animation geschieht), indem Konturen um die Modelle gezogen werden die es eigentlich nicht hätte.

Zum anderen bezeichnet es einen Prozess der Postproduktion, bei dem die einzelnen Frames einer Animation oder eines Filmes Stück für Stück individuell bearbeitet werden, etwa wenn Spezialeffekte realistisch auf die Szene abgestimmt werden müssen.