Schnitt

Analoger Schneidetisch aus Holz im Technikarchiv der Deutschen Kinemathek Berlin. Die Filmstreifen wurden durchleuchtet und durch ein Spiegelsystem unter dem Tisch auf die kleine schwarze Box in der Mitte des Tisches projiziert.

Ein Schnitt im Film trennt zwei Einstellungen voneinander. Der Begriff kommt aus der analogen Filmentwicklung, bei der die Aufnahmebänder an den gewünschten Stellen, an denen Bildmaterial zusammengefügt werden soll, tatsächlich durchgeschnitten wurden.
Als Schnitt bezeichnet man zum einen den Prozess des Schneidens, der in Roh- und Feinschnitt unterteilt wird, als auch die Stelle im Film, an denen der Schnitt stattfindet, und auf welche Art er umgesetzt wird.

Der Rohschnitt findet nach dem „Sichten“, also dem Ansehen und Auswählen des gesammelten Filmmaterials, statt. Dabei wird ausgewählt, welche Teile des Bildmaterials verwendet werden können und sie werden in die gewünschte Reihenfolge gebracht. Im Feinschnitt werden dann die genauen Zeitpunkte der Schnitte bestimmt und die gewisse Änderungen vorgenommen, damit die Anschlüsse der Einstellungen aufeinander abgestimmt werden.

Die Art des Schnittes kann nach Geschmack und gewünschter Wirkung variieren: Schnelle Schnitte wirken nervös oder erregend, besonders langsame Schnitte dagegen ruhig oder drastisch. Im Mittelfeld dazwischen können Schnitte fast unsichtbar sein, weil sie den Zuschauer nicht aus dem Erzählfluss des Filmes reißen.

Schnitte können durch bestimmte Effekte stilisieren oder narrativen Charakter haben, wie zum Beispiel das Auf- und Abblenden, bei dem das Bild langsam schwarz wird, um das Gefühl von vergangener Zeit zwischen zwei Szenen zu erzeugen. Audio und Video werden dabei in der Regel gleichzeitig (synchron) geschnitten.

Anderenfalls spricht man von einem J- oder L-Schnitt, je nachdem, ob der Ton oder das Bild der nächsten Einstellung zuerst wahrnehmbar ist. Diese Techniken werden häufig in Dialogen verwendet (Schnitt-Gegenschnitt-Verfahren), um Reaktionen des Gesprächspartners zeigen zu können, oder sollen einführend in eine Szene bereits Informationen übermitteln, die noch in keinem Zusammenhang mit dem Bildinhalt stehen (In Medias Res).