Umschalten

In Zeiten des Fernsehens hatte vor allem eines Einfluss auf die Programmzusammensetzung: Die Einschaltquote. Da es sich beim Fernsehen, zumindest vor der Etablierung von Smart-TVs, um ein Einbahn-Signal handelt, das keine weiteren Daten zu Analysezwecken zurücksenden kann, muss diese auf andere Art ermittelt werten.
Die meisten Daten liefern dabei eine ausgewählte Gruppe an Haushalten, die von einem Marktforschungsinstitut mit einer speziellen Ausrüstung ausgestattet werden und willentlich ihr Fernsehverhalten analysieren lassen. Da es sich um eine relativ geringe Schnittmenge handelte (Etwa 5.000 überwachte Geräte in ganz Deutschland, die das Verhalten von etwa 10.000 Menschen analysieren) wurde diese häufig als nicht repräsentativ kritisiert, sie war aber lange Zeit die beste Möglichkeit um zu überprüfen, wie hoch die Einschaltquoten für bestimmte Programme sind.

Diese Angaben sind vor allem relevant für die Verkaufspreise für Werbezeit, da ein Platz im Werbeblock eines beliebten Programms mehr Zuschauer erreicht. Werbung bringt Geld und sichert damit das Weiterbestehen der Plattform oder des Senders.

Im digitalen Zeitalter dagegen haben sich neue Wege entwickelt, das Konsumverhalten von Zuschauern zu analysieren. Da viele Menschen inzwischen auf das Internet als Unterhaltungsmedium zurückgreifen, sei es über Streamingdienste oder über Videoplattformen wie Youtube, können mithilfe von Cookies (kleine Datenpakete, die beim Laden und Verlassen einer Webseite Informationen über den Zuschauer und deren Nutzerverhalten übermitteln) genaue Nutzerprofile erstellt werden, die wesentlich mehr Informationen liefern.

Auf Videoplattformen, die sich über Werbung finanzieren, werden Nutzerverhalten verglichen und gezielt die Inhalte angeboten, mit denen die Nutzer die meiste Zeit auf der Webseite verbringen, um die Werbeeinnahmen zu steigern. Auf YouTube hat sich das in der Form niedergeschlagen, dass neben den „Klickzahlen“, also wie häufig ein bestimmtes Video angesehen wird, auch die sogenannte „Watchtime“ analysiert wird und Videos, die öfter und länger angesehen werden als andere, auf der Startseite und in der Suchfunktion weiter oben angezeigt werden. Mithilfe der Cookies kann auch analysiert werden, ob eine Werbeanzeige im Internet angeklickt wird. Wenn nun bestimmte Videos eher zum Klick auf eine bestimmte Werbeanzeige führen als andere, werden diese Dinge in Zukunft häufiger gemeinsam angezeigt.