Verfremdung

Optische Verzerrung durch eine Fresnel-Linse. Foto: Charlotte Grimm

In der Tricktechnik gibt es viele Möglichkeiten zur Verfremdung von Bildmaterial: Zum einen gibt es die physische Veränderung des abzubildenden Inhaltes, durch Stilisierung oder Kostümierung zum Beispiel, oder die digitale oder chemische Veränderung des bereits entstandenen Bildmaterials, etwa durch Retuschier-Software oder im analogen Zeitalter chemische Prozesse.

Bei der Stilisierung oder Kostümierung wird vor der Kamera gearbeitet. Puppen, Zeichnungen oder Schauspieler sowie die Umgebung können anders als naturgetreu abgebildet werden. Retuschiersoftware dagegen kombiniert und montiert Bildmaterial miteinander und spielt als Ergebnis eine verfremdete Einstellung ab, bei der Dinge hinzugefügt (Explosionen), ausgetauscht (Hintergründe) oder entfernt (Halterungen oder Aufhängungen) können.

Die analogen Prozesse sind ebenso reichhaltig und vielfältig, wenn auch teilweise mit höherem Arbeitsaufwand verbunden. Beispielsweise konnte man mithilfe des Natriumdampflampenverfahrens bereits schon vor der Entwicklung von Videosoftware Hintergründe austauschen. Dafür musste der Hintergrund der Szene mit speziellen Natriumdampflampen ausgeleuchtet werden. Man hat zwei Filme gleichzeitig belichtet, einen mit dem Filmmaterial, dass die komplette Szene abbildet, und einen Spezialfilm, der nur auf das Licht der Natriumdampflampen reagiert und damit eine bewegliche Schablone (Maske/Matte) erzeugt, mithilfe derer ein künstlicher Hintergrund auf das Bildmaterial umkopiert werden konnte.