Videokunst

„Filme nähen“, ein Projekt von Annika Nesheim zum Jahresrundgang der Kunsthochschule Kassel 2017. Mit einer Nähmaschine näht sie am Filmstreifen entlang und spielt den Film ab. Die Naht zeigt sich im durchleuchteten Film und an den Stellen, an denen sie die Tonspur getroffen hat, verzerren sich die Geräusche.

Unter Videokunst versteht man die künstlerische Auseinandersetzung mit audiovisuellen Mitteln. Diese kann hauptsächlich auf zwei verschiedene Arten erfolgen, ist aber aufgrund ihrer künstlerischen Natur nicht auf sie beschränkt sondern definiert sich über die Experimentierfreudigkeit mit der Form des Mediums.

Einerseits gibt es das Video als direktes Kunstwerk, welches alleinstehend für sich künstlerisch wirkt. Es ist nicht von seiner Präsentationsform abhängig und könnte auf fast jede Art gezeigt werden, ohne dass sich seine Wirkung maßgeblich verändert.

Andererseits gibt es die Videoskulptur oder Videoinstallation, die auf bestimmte Art im Raum platziert wird und auf ihre physische Präsenz und Inszenierung angewiesen ist. Dabei versucht Videokunst häufig, das Medium selbst und dessen Möglichkeiten und Beschränkungen zu hinterfragen, und grenzt sich damit deutlich von der Schauspielkunst oder der dokumentarischen Videoarbeit in der Kunst, beispielsweise bei der Aufzeichnung von Performances, ab, da sie ausschließlich innerhalb des Mediums Video Form finden.