X-Ray

Zugegebenermaßen wurde bei der Auswahl dieses Titels ein wenig gemogelt. Natürlich geht es hier nicht um Röntgenstrahlung, aber es ist eine passende Überleitung zu einem Stichwort, dass in der Animation durchaus relevant ist: Skelette.

In der 3D-Animation werden Objekte konstruiert, indem sie in einer dafür geeigneten Software modelliert werden. Die einfachste Möglichkeit, dreidimensionale Formen zu definieren, ist durch ein Netz aus einzelnen Punkten in einem Koordinatensystem, die dann von der Software durch Flächen verbunden werden.

Die kleinste und eindeutigste Anzahl an Punkten die man braucht, um eine Fläche zu bilden, ist drei – wären es nur zwei, hätte man eine Strecke, und ein Viereck lässt sich wiederum durch eine Diagonale in zwei Dreiecke aufteilen. Mit Dreiecken geht das nicht: Wenn man sie durchteilt, hat man nur zwei kleinere Dreiecke. Und weil die Oberfläche aus Dreiecken zusammengesetzt ist, spricht man auch von einem Dreiecks-Netz, oder auf englisch von einem Triangular Mesh.

Ein Skelett hat eine andere Funktion: Da es sehr aufwändig wäre, für eine Verformung des Modells alle Punkte einzeln zu bewegen, kann man dem Modell ein sogenanntes Skelett zuweisen. Das verhält sich so ähnlich wie ein Skelett eines Lebewesens, indem es einschränkt, auf welche Weise das Modell sich verändern kann, und wie sich die Form des Modells um die Segmente des Skeletts während der Bewegung verändert.

So muss kein komplexes Netzwerk an Punkten oder Dreiecken verschoben werden, sondern nur dem Skelett eine neue Pose zugeordnet werden, und die Animationssoftware passt das Modell entsprechend an. Das Skelett einzurichten wird häufig auch als „Rigging up“ oder „Rig“ bezeichnet, was sinngemäß mit „Gerüst aufbauen“ übersetzt werden kann.